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(:gallery:) Betreff: [hfbk] Chaos an der Hf BK?. Erklärung! Wed, 3 Oct 2007 Wir sind Studenten der Hfbk, die regelmäßig an dieser Schule anwesend sind. Die Arbeitssituation an dieser Schule ist zunehmend uninspirierend geworden, klinisch weisse Wände, verschlossene Ateliertüren, Unsichtbarkeit der Arbeiten, die von den Studenten gemacht werden. Wir empfinden eine zunehmende Einschränkung der Freiheit im Arbeiten durch das Eindringen wirtschaftlicher Werte in den eigentlich autonom gedachten Bereich der Hochschule. Die Schule als white cube, der die Kunst nur zur Jahresausstellung zulässt, ist nicht in unserem Interesse. Wir empfinden dieses keimfreie Aufpolieren und Ausklammern etwaiger Diskurse, die durchaus auch eine offenbar unerwünschte gesellschaftspolitische Relevanz aufweisen würden, als Vorboten für die gesamte Umstrukturierung unseres Studiums. Wenn Sudenten für die Präsentation ihrer Arbeit weisse Wände brauchen, sind sie grundsätzlich in der Lage, sich dazu zu verhelfen. Es wird von uns als eine klar intendierte politische Handlung empfunden, die Schule in derartig hoher Wiederholung und Sisyphusarbeit zu weisseln, während woanders Gelder offensichtlich fehlen. Wir fragen uns, in welchem Interesse hier gehandelt wird. Wir wollen die indirekte, unfreiwillige Involviertheit in diese Handlungen durch ihre permanente Präsenz in unserem Hochschulalltag in eine aktive Partizipation an diesen Prozessen umkehren. Die Hochschule muss in unseren Augen Freiraum und Inspirationstätte für die künstleriche Arbeit ihrer Studenten sein, was auch die Anwesenheit ihrer Spuren impliziert. Weiterhin fragen wir uns, inwieweit sich die räumlichen Gegebenheiten und die Gestaltung auf den künstlerischen Ausdruck der studentischen Subjekte auswirken. In einer Institution, in der auf akademischer oder wissenschaftlicher Ebene freie Kunst gelehrt werden will, sollte der Bildung freier Netzwerke eine gleichermassen didaktische oder lehrende Relevanz beigemessen werden wie beispielsweise einem Arbeitsgespräch mit Professoren. Als Studenten, die für ihre Entwicklung eine heterogene Kombination aus Wissen, Austausch und Anregungen brauchen und wollen, benötigen wir eine Schule, welche Ordnung, Unordnung, Affirmation und Kritik gleichermassen zulässt. Wir wollen ein lebendiges Klima im ganzen Gebäude, Lebendigkeit in dem Sinne, das vorhandene Strukturen prozessual verhandelt werden. Wir als Studenten möchten uns das offenbar verloren gegangene Recht wieder-aneignen, die Prozesse an unsere Hochschule künstlerisch zu hinterfragen, zu verwerfen und neu zu erfinden. Aus dieser Argumentation ergibt sich die Dringlichkeit einer Geste. Die Aktion besteht aus 2 Punkten: DIONYSISCHES FEST und APOLLINISCHE ORDNUNG Zum Semesterbeginn in der Nacht vom 30. September auf den 1. Oktober findet der explosive, emotionale Ausbruch aus der sich aufgestauten und von uns geschilderten Situation statt. Dabei soll es nicht darum gehen, bestimmte Körper der Hochschule singulär anzugreifen, sondern darum, die zunehmend corporative Strukturierung der Hochschule als auch die strukturell organisierte und neoliberal verschleierte Entmündigung der Studenten zu reflektieren. Wir agieren mit den uns zur Verfügung stehenden Mitteln auf die penetrante Einschreibung in unseren Lebensraum, zu dem wir eine Bildungseinrichtung durchaus zählen. Unser Eingriff in die Hochschule soll über einen bestimmten Zeitraum bestehen bleiben und zu einem Diskurs über die aktuell spürbaren Veränderungen anregen. Nach zwei Wochen folgt die apollinische Ordnung. Wir bestehen darauf, unsere Aktion bei Tage am 13. Tage zu beenden, indem wir die Wände weiss streichen, weil wir niemandem unsere aus dem Dionysischen Chaos entstandene Ästhetik aufzwingen wollen. Diese Aktion ist von uns als künstlerischer Akt intendiert und soll nicht in vandalistischem Sinne verstanden werden. Desweiteren hat sich unser Zusammenschluss nicht aus dem Trimester ergeben. Hochschule für Bildende Künste Hamburg http://www.hfbk-hamburg.de Die Hochschule für bildende Künste Hamburg (Hfb K) ist eine künstlerisch-wissenschaftliche Hochschule. Mit ihrem breit gefächerten Studienangebot gehört sie zu den namhaftesten Institutionen ihrer Art. Bereits 1767 wurde sie als erste Gewerbeschule Deutschlands von der Patriotischen Gesellschaft gegründet. 1896 avancierte sie zur Staatlichen Kunstgewerbeschule, die 1913 ein eigenes, von Fritz Schumacher entworfenes Gebäude am Lerchenfeld bezog. In der Zeit zwischen 1933 und 1945 war auch die Kunstschule der nationalsozialistischen Diktatur unterworfen: von der Erwägung, die Schule ganz zu schließen, über die abrupte Beendigung aller Reformansätze des damaligen Direktors Max Sauerlandt, der Verfolgung von jüdischen Professoren bis hin zur Zerstörung der Schule im Bombenkrieg. Nach dem Wiederaufbau 1955 wurde schließlich erreicht, was seit den 30er Jahren vergeblich angestrebt worden war: der Ausbau der Architekturabteilung und die Umwandlung der Landeskunstschule in die Staatliche Hochschule für bildende Künste. ![]() Neben der Universität der Künste Berlin hat die Hochschule für bildende Künste Hamburg das breiteste Ausbildungsangebot. Es zeichnet sich durch eine große Vielfalt der Disziplinen aus. Dass sämtliche Bereiche des Visuellen unter einem Dach vereinigt sind, ermöglicht einen hohen Grad an Austausch und Interdisziplinarität. (:commentbox:) 10 October 2007 00:48 by xxx?: zeitzünder: http://zuender.zeit.de/2007/38/hfbk-gebuehrenboykott 00:44 by xxx?: artikel in der sz http://jetzt.sueddeutsche.de/texte/anzeigen/400691 HAMBURG - Hochschule für bildende Künste (Hfb K) im Reformtaumel! Unternehmensberater evaluierten die Hochschule (1992): Unter anderem schreiben sie dass die Hamburger Hochschule einmal bekannt, gut und begehrt war - das wäre jetzt aber nicht mehr der Fall. Grund dafür sei die Tatsache dass die Hfb K früher bekannte Professoren hatte, diese hätten dann aber die Hochschule verlassen weil ZU VIEL THEORIE eingeführt worden wäre!! Resultat: die Unternehmensberatung fordert Einstellung berühmter Künstler um der Hfb K wieder ein besseres Image zu geben. (toll! Für diese 3-Gehirnzellenanalyse werden tonnenweise Steuergelder verjuxt!) Ausserdem gab es im Zuge der Reformen bereits folgende Veränderungen: VERMEHRTE REPRÄSENTATION DES HAUSES NACH AUSSEN:
ÜBERWACHUNG:
DIE UMSTELLUNG AUF BACHELOR/ MASTER - WIRD MIT NACHDRUCK BETRIEBEN.
VERÄNDERUNG DER VERWALTUNGSSTRUKTUR
Unangenehme Details: Aus der Gerüchte-küche hört man dass die Planung des "Servicebüro" eine mit dem Präsidenten befreundete Firma (hrm-consult) durchführt, dafür hat sie bisher angeblich schon ca. 73.000 € kassiert. Es geht darum die Hochschulverwaltung ähnlich wie ein Bezirksamt zu organisieren, wo man eine Nummer zieht und von jedem bedient werden kann - die Arbeitsaufgaben für das Servicebüro sind nicht konkret definiert - dafür spricht man aber von mehr Kundenorientiertheit! Alternativ wird daran gedacht die bisherige (spezialisierte) Arbeit zu zentralisieren und die Verwaltung der Hfb K mit der Musikhochschule und der neu gegründeten Bauhochschule zusammenzulegen. Diese Verwaltungszentrale soll wohl dann eine Gmb H? werden... Zur Vorbereitung dieser Strukturmassnahmen mussten die Angestellten in kürzester Zeit detaillierte Arbeitsplatzanalysen schreiben, soweit, dass für jeden anderen nachvollziehbar ist, in welcher Unterdatei im Rechner welches Dokument liegt; d.h. dass jeder Mitarbeiter sofort zu ersetzen sein soll. Als der Personalrat eine Sitzung mit einem Rechtsreferenten von der Behörde veranstalten wollte hat der Präsident diese Sitzung untersagt, da er einem Referenten zustimmen muss. Existenzängste sind auf der Tagesordnung, da auch eine Übernahme in die zentrale Verwaltung nicht garantiert werden kann.
Insgesamter Eindruck, auch an anderen Akademien: mehr Repräsentation nach aussen (Image-Politik) dagegen nach innen Verschärfung durch Überwachung, Stellenabbau und andere Sparmaßnahmen. Entscheidungsprozesse zunehmend opaker: das betrifft Gesetzgebung und wer dabei mitredet (Bertelsmann etc), das betrifft auch Entscheidungen innerhalb der Hochschule weil zunehmend Interessensgruppen hineinreichen und Entscheidungen eher beim "Lunch" oder "Dinner" getroffen werden als durch Einsatz von hochschul-demokratischen Gremien die der Hochschulöffentlichkeit gegenüber rechenschaftspflichtig und transparent sein müssten. Gerade Transparenz wird von den Mitarbeitern gefordert; aber die Leitung zeigt sie nicht.
Kommentar 1995: Die Hamburger Kunsthochschule. Der Backsteinklotz am Kuhmühlenteich. Fritz Schuhmachers Visitenkarte, die er aus Dresden kommend, zu seiner Ankunft in Hamburg abgab. Der Klotz im Auge der Windrose, im windstillstem Ort, im Nichts, zwischen zerbombter Arbeiterstadt Barmbek und Diplomatenvillen (Hohenfelde), die Kunstgewerbeschule von Hubert Fichtes Mutter (er besucht hier später Paul Wunderlich) und Kriegslazarett. Der '78 Feuerlöschmittel vernebelte Treppenaufgang und Flucht durch den 50er U-Bootgang zum Punk-Rock der Coroners und Cocksuckers. 10 Jahre später werde ich in der Grundklasse aufgenommen. Die Hochschule stand immer in Kontakt mit der "Rest"-Stadt, nicht nur durch eine GAL-lige Präsidentin, den früh verstorbenen 5-ten Beatle Stu Sutcliffe, die ehemalige R.A.F.-lerin (und spätere Tempo-Bildredakteurin) Astrid Proll, Hilka Nordhausens Buch-Handlung-Welt oder durch Nicht-Studenten, für die die Schule immer offen stand, sondern auch durch die Studierenden selbst, die, nach dem Grundjahr oft klassenlos - es gibt hier kein Klassenplatzrecht -, wieder in der alten Welt, zu Hause arbeiten mußten. So ist die Hamburger Hochschule wohl auch die mit den meisten erfolgreich gescheiterten Künstlern: Einem Horst Janssen oder Paul Wunderlich stehen Vicco von Bülow und Otto Waalkes gegenüber. Gegenüber den erfolgreich bepolkten End-70-ern, Kippenberger, Büttner, Oehlens, die ihre Egos und Brieftaschen ausserhalb Hamburgs fütterten, steht eine Schar von Bei-Funk-Film-und-Fernsehen-Untergetauchten. So wie der Hamburger seinen Nerz innen trägt, präsentiert er auch seine Künstler und folgerichtig haben diese im öffentlichen Bewußtsein keine Bedeutung. Vielleicht ein Grund warum viele den Anschluß an ein Gefühl von Vermittlung in den Schaltstellen von öffentlich- oder privat-rechtlichen Kanälen suchen. 1988, nach den Weihen Waltherscher Cognacmessen, bei denen, vor 30 - 40 oft pöbelnden Studenten, Arbeiten vorgeführt wurden, war ich offiziell im Klotz aufgenommen. Franz Erhard Walther war ein Pol, Kai Sudeck, der in bis zu 4-stündigen Einzelgesprächen eher versteckt wirkte, der andere Pol. Der erste verlangte nach einer kunstgeschichtlichen Stellungnahme, der andere nach einer "Lebens-wahren", und zwischen diesen Polen ordneten sich alle, bis der Meinungsmagnet Goehler die verwaltungstechnische Bühne betrat. Die Pole und die damit verkörperten Lebensentwürfe vom Kunstfacharbeiter und Lebenskünstler zerfielen und verdröselten sich in politischem Hick-Hack um die Präsidentin. Walther wurde zahm und Sudeck schied bald aus gesundheitlichen Gründen von der Schule. 1989 waren es mit 900 mehr Bewerbungen denn je, 1994 sind es noch 300 auf die ca. 30 Pädagogik- und Freie Kunst- Studienplätze. Heute hat sich vom Boden bis zum Keller das Niveau der künstlerischen Arbeiten einander angeglichen. Kurz-Tips für Neueinsteiger. Werner Büttner ist enttäuscht, daß seine Wirklichkeit nicht die Welt ist. Wenn man weiß was man will, dann K.P. Brehmer. Bei einem C4 Angebot ist Bogomir Ecker in Braunschweig. Vorsicht bei Krediten für Bernhard Johannes Blume: Standbein im Rheinland. Kreditwürdig dagegen wieder Ernst Mitzka. Gutes Timing, d.h. rechtzeitiges Gehen ist bei Böhmler gefragt. Bei Vlado Kristl sollte man ruhig etwas länger bleiben - allerdings Energie wie ein 16-jähriger. Guillaume Bijl nur 1 Tag im Monat da. Macht macht sexy gilt für Stanley Brouwn, nimmt aber nur Frauen in seine Klasse. Gotthart Graubner geht '95 - wann wird Hingucker Achim Hoops endlich Professor? Silke Grossmann wird vor Thomas Ruff und Andreas Gursky für eine Photographiestelle genommen - angenehm, daß sich Hamburg solche Marotten erlaubt. Wie sieht eigentlich der Bildungsauftrag der Kunsthochschule - nicht Schulen - aus, denn jede sollte ihren eigenen Auftrag formulieren können? Die Professoren-Darsteller und letztendlich erfolgreich gescheiterte Künstler, sind nicht gewillt diesen Auftrag öffentlich zu formulieren, er besteht somit nur als geheimes Dispositiv, sie scheinen keine Idee ihrer Arbeit zu haben. Ihr gesellschaftlicher Vertrag lautet: was gut ist setzt sich durch und was sich durchsetzt ist gut. So vertrauen sie auf das Regulativ Marktwirtschaft, geregelt wird die Masse Student. Die Hochschulen sind Sozialstationen und zwar die spannendsten und ahnungsvollsten. Diejenigen, die genau wissen was sie wollen kommen sowieso überall zurecht, (die anderen Emotionen sind wichtig), diejenigen die ihr "Nichtwissen" genau zu formulieren wagen. Und 1995 wird Adrienne Goehler für weitere 5 Jahre zur Präsidentin gewählt .... Alles Klar. Euer Christoph. ![]() |